Der Knochenmann - Wolf Haas

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Der Knochenmann - Wolf Haas

Beitrag von Edhelianora am Do 30 Jun - 18:15

Im Kriminalroman „Der Knochenmann“ von Wolf Haas, einem österreichischen
Schriftsteller, geht es um den zweiten Fall des Privatdetektivs Simon Brenner,
welcher in Klöch in der Steiermark einem seltsamen Knochenfund auf den
Grund gehen soll.
Simon Brenner wurde von Frau Löschenkohl, der Betreiberin der
Grillhendlstation Löschenkohl, nach Klöch in die Steiermark beordert, da er
den Fund von Menschenknochen in deren Knochenmehlmaschine aufklären
soll. Mit der Zeit verschwinden immer mehr Menschen aus dem Ort, und der
Kopf eines Stürmers aus einem Nachbarort befindet sich im Ballsack des
FC Klöch. Die Einwohner erpressen einander gegenseitig, und so geschehen
vier Morde, die letztendlich der alte Löschenkohl gesteht.
Die Geschichte spielt etwa 1997 in der Gemeinde Klöch in der Steiermark. Die
wichtigsten Figuren sind Simon Brenner, der Detektiv, Friedrich Löschenkohl,
genannt „alter Löschenkohl“, der Leiter der Grillhendlstation, die Kellnerin
beziehungsweise der Künstler Gottfried Horvath, der Trainer des FC Klöch
„Ferdl“ und Paul Löschenkohl, genannt „Porsche-Pauli“. Simon Brenner wurde
von der verschwundenen Frau von Paul Löschenkohl, Angelika, engagiert. Er
versucht, sich in die Gemeinschaft der Klöcher einzufinden und die
Zusammenhänge zwischen den Menschen zu erkennen. Ein Söldneranwerber,
Angelika Löschenkohl, Nikolaus Marko, ein Gummireifenhersteller, der sein
gesamtes Vermögen verloren hat, und der Stürmer Ortovic, sterben im Laufe
des Buches. Jacky Trummer, ein Türsteher und Drogendealer, wird noch
rechtzeitig von Simon Brenner gerettet.
Erzählt wird vom Autor beziehungsweise einem nicht näher beschriebenen
unabhängigen Erzähler, der jedoch oft vom Thema abschweift und den Leser
direkt anspricht, beziehungsweise selbst seine Meinung äußert („Aber wie er
hinaufkommt, ist die Chefin natürlich immer noch nicht da. Da ist dem Brenner
von einer Sekunde auf die andere der Kragen geplatzt. Und ich muss ehrlich
sagen, ich kann ihn verstehen. Da ruft dich eine an, bestellt dich her, und
dann kommst du, und sie ist nicht da.“27). Spannung wird kaum aufgebaut,
und wenn sie gerade einmal aufkommt, durch Themenabschweifungen
wieder unterbrochen. Geschrieben wird in der Umgangssprache, der Satzbau
ist großteils unstrukturiert. Der Autor nimmt oft auf aus dem Leben gegriffene
Dinge Bezug, seien es Philosophien über Backhendl und Frankfurter, über
bestimmte Charakterzüge an Menschen, oder auch, dass die Wiener nicht
autofahren können. Dieses Werk spricht aber wohl aufgrund der verwendeten
Sprachform vor allem den österreichischen Krimileser an.
Im Betrieb der Löschenkohls in der kleinen steirischen Gemeinde Klöch
werden Menschenknochen gefunden. Vier Menschen sterben, einige mehr
noch verschwinden, und Simon Brenner ermittelt schließlich den Mörder.
Das Buch wirkt auf den Leser aufgrund der ungewöhnlichen Ermittlungsweise
des Simon Brenner und wegen der etwas anderen Erzählweise etwas
unstrukturiert und macht es nicht immer leicht, den Geschehnissen zu folgen.

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